Aarau feiert Gruppensieg mit weiterem Derby-Erfolg

Das Spiel gegen Obersiggenthal hatte tabellentechnisch nicht mehr grosse Bedeutung. Die Adler stehen bereits länger als Gruppensieger fest, und Obersiggenthal hatte den Ligaerhalt auf sicher, da kurz vor Anpfiff der Partie in Buchs die zweite Garde von Langenthal gegen Sursee verloren hatte. Aber Aarau wollte seine Siegesserie zuhause fortsetzen und unbedingt Revanche nehmen für die einzige Quali-Niederlage, die man zum Abschluss der Vorrunde in Obersiggenthal bezogen hatte.

Entsprechend ambitioniert starteten die Adler, die an diesem Abend besonders viele Absenzen zu beklagen hatten und praktisch eine komplette U21-Linie ins Rennen schickten. Die Gäste präsentierten sich aber von Beginn an als abschlussgefährlich und in den Zweikämpfen schnörkellos. Tobias Hunziker im Tor der Aarauer hatte eher mehr Arbeit als sein Gegenüber und zeigte einige tolle Paraden. Immerhin fand der Leader zusehends besser ins Spiel und vor allem die U-21 Linie kam zu einigen vielversprechenden Chancen, blieb im Abschluss aber zu ungenau. Aarau verschoss schliesslich gar einen Penalty, zeigte dann aber im ersten Überzahlspiel nach wenigen Sekunden eine feine Variante; Marco Stoltenberg traf auf Pass von Dominic Studer zum 1:0. Aarau war nun die deutlich bessere Mannschaft, liess aber Chancen höchst fahrlässig ungenutzt und blieb vor dem gegnerischen Gehäuse umständlich. Anders die Gäste, die weiter konsequent den Abschluss suchten, kaum waren sie einmal in der Offensive. Unmittelbar vor der ersten Pause glichen sie prompt aus. Und es kam noch besser für die Obersiggenthaler. Im Mittelabschnitt gingen sie nach wenigen Minuten in Führung und waren nun die klar spielbestimmende Mannschaft. Erst nach einem Timeout der Aarauer und einigen Umstellungen fand der Leader zurück ins Spiel und konnte mittels Penalty durch Routinier Rafi Hug ausgleichen. Im zweiten Powerplay der Adler gelang dann Dominic Studer nach einem magistralen Querpass von Peter Byland die neuerliche Führung für die Kantonshauptstädter. Zu Beginn des Schlussabschnitts folgten die besten Minuten der Aarauer; zwar musste man noch den Ausgleich hinnehmen, doch dann zeigte man sich endlich von der gradlinigen, effizienten Seite. Der eingewechselte Luca Neuenschwander präsentierte sich besonders abschlussfreudig und reüssierte mit zwei sehenswerten Toren, während auch Dominic Studer und Peter Byland trafen und das Skore auf 7:3 für den Leader stellten. Die Gäste verkürzten in der Schlussphase mit zwei Toren auf 7:5, danach war Schluss.

Aarau beendet damit die Qualifikation mit einem weiteren Heimsieg und einem starken Punkteschnitt von über 2,7 pro Spiel. Zu hause hatte man sich das Punktemaximum gesichert und in 14 zählenden Runden 10 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, Black Creek Schwarzenbach, herausgespielt. Der Jubel bei der Übergabe des Pokals für den Gruppensieger war zurecht gross. Aarau feiert damit einen Erfolg, der weder selbstverständlich ist noch einfach einzufahren war. Die Konkurrenz war oft sehr stark und in nicht wenigen Spielen waren es kleine Punkte, die zum Aarauer Sieg führten – und dann und wann stand auch das nötige Glück zur Seite. Einzelne Spieler an dieser Stelle aus dem grossartigen Kollektiv herauszuheben, ist nicht einfach – zu nennen sind aber sicherlich Routinier Peter Byland, der in seiner 5. Adlersaison konstant skorte, sich physisch in toller Verfassung zeigte und die Offensive als unumstrittener Führungsspieler hervorragend orchestrierte, und U-21 Spieler Florian Kull, der oft zusammen mit Peter Byland spielte und dabei seine Torgefährlichkeit, seinen Spielwitz, seine Abschlussstärke und seine Geschwindigkeit zeigte und regelmässig wichtige Tore erzielte. An der Seite der beiden tat sich auch Rafi Hug als nationalligaerfahrener Routinier immer wieder besonders hervor. Wie Peter Byland brachte er frei von jeglichen Allüren viele wertvolle Inputs und ins Aarauer Spiel ein, erzielte wichtige Tore und bestach  mit seiner sehr kompletten Spielweise und seiner einzigartigen Stocktechnik. Besonders stark ist aber auch, dass Aarau viele verletzungs- und berufsbedingte Ausfälle regelmässig wettmachen konnte; Tobias Wullschleger (von Lok Reinach zu Aarau gestossen) konnte beispielsweise wegen einer schweren Knieverletzung keine Partie bestreiten, und Abwehrchef Philippe Stark brachte es ebenfalls wegen hartnäckiger Verletzungen lediglich auf drei Ernstkämpfe. Viele Spieler, die in den letzten drei Jahren aus der U21 nachgerückt sind, sind mittlerweile an der Seite der ausgewiesenen Routiniers zu Stammspielern gereift. Und immer zu erwähnen sind die Vollblutadler Dominic Studer, Stefan Wassmer, Luz Mäder und Marco Stoltenberg, die kein Spiel verpasst haben (mit Ausnahme einmal Covid) und in der Trainingspräsenz seit Jahren zu den Fleissigsten gehören. Einmal mehr bildeten sie quasi den Zellkern einer eingeschworenen und extrem willigen Mannschaft.

Damit geht die Saison für Aarau in die nächste Phase. In den Playoffs kommt es zum Adlerduell! Aarau trifft auf die Zulgtal Eagles, die in der Gruppe 1 der 2. Liga die Playoff-Qualifikation als Tabellenvierter geschafft haben (der Gruppenerste (UHT Schüpbach II) und der Gruppendritte (UHT Eggiwil II) dürfen nicht aufsteigen, da ihre Fanionteams bereits in der 1. Liga bzw. NLB spielen). Dieser Gegner ist für Aarau noch ein unbeschriebenes Blatt. Mit konzentrierten und engagierten Leistungen, der richtigen Einstellung und verbesserter Abschlussqualität wollen die Adler ihre Erfolgsserie aber auch gegen die kampfstarken Berner fortsetzen.

 

Team Aarau – UHC Obersiggenthal 7:5 (1:1, 2:1, 4:3), Suhrenmatte, Buchs AG. 70 Zuschauer. SR Mehr/Schlatter. Tore: 6. M. Stoltenberg (D. Studer, Ausschluss M. Hitz) 1:0. 20. S. Niederberger (L. Leder) 1:1. 23. O. Füglister 1:2. 34. R. Hug 2:2. 40. D. Studer (P. Byland, Ausschluss S. Baumgartner) 3:2. 44. S. Gilli (M. Hitz) 3:3. 44. L. Neuenschwander (V. Lacerda) 4:3. 44. D. Studer (M. Schenk) 5:3. 46. P. Byland (R. Hug) 6:3. 48. L. Neuenschwander (V. Lacerda) 7:3. 54. C. Trobl (N. Baumgartner) 7:4. 57. N. Baumgartner (R. Haag) 7:5.
Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen Team Aarau. 2 mal 2 Minuten gegen UHC Obersiggenthal.

Team Aarau: T. Hunizker (ab 50. K. Laitinen); M. Kull, M. Schenk; V. Lacerda, R. Hug; Y. Walker, S. Wassmer; D. Studer, M. Stoltenberg, S. Colombo; P. Byland, D. Stettler, O. Bürgi; O. Meyer, N. Schibli, O. Schnyder; L. Neuenschwander.

UHC Obersiggenthal: S. Gilli; O. Füglister; S. Niederberger; M. Hitz; F. Vogler; L. Leder; R. Haag; N. Baumgartner; S. Baumgartner; T. Müller; Y. Kalt; G. Baumgartner; M. Aemmer; D. Jauner; D. Bumbacher; N. De Santis; L. Huber; T. Canzani; C. Trobl.