Herren I | Kehrtwende im ersten Saisonspiel kommt zu spät

Das Warten hat ein Ende. Zum Saisonauftakt gastiert das Aarauer Fanionteam bei Corcelles-Cormondrèche.

Der erste Ernstkampf, in welchem man nur zu gerne 3 Punkte nach Aarau bringen würde, um den Saisonzielen eine erste Richtung zu verleihen. Mit den beiden Neuzugängen Tomáš Vojtíšek und Basil Schibli sowie gleich fünf Verstärkungsspieler aus dem Nachwuchs starten die Adler in Neuchâtel.

Zu Beginn des ersten Drittels startet das Aarauer Fanionteam verhalten. Der nötige Mut und Wille sind noch nicht zu sehen. So kann nach einem Ballverlust in der dritten Spielminute E. Farron ein erstes Mal allein auf das Aarauer Tor Druck machen und sogleich verwandeln. Die Startphase konnte somit von den Aarauern nicht genutzt werden, um klare Akzente in Richtung Neuenburger Tor zu setzen. In der 6. Spielminute kann deswegen J. Demange nachdoppeln und die Führung auf 0:2 aus Aarauer Sicht erhöhen. Der doppelte Rückstand scheint die Adler geweckt zu haben. Nach den anfänglichen Mühen fängt sich die Mannschaft und in der 14. Spielminute folgt die daraus resultierende Antwort. Ein herrlicher Querpass-Assist über das gesamte Spielfeld von Tomáš Vojtíšek auf den langen Pfosten ermöglicht es Marlon Puck, den Ball sauber in den Westschweizer Maschen unterzubringen. Es ist zudem der erste 1. Liga-Treffer für den U21-Junior aus dem eigenen Nachwuchs und bestätigt damit die Nachwuchsarbeit der Aarauer. Kurz vor Drittelsende gerät die Aarauer Abwehr aber dann doch erneut in die Bredouille. Q. Jaquiéry kann die Führung vor Drittelsende auf 1:3 ausbauen.

Mit einem Zwei-Tore-Rückstand begeben sich die Aarauer in die erste Pause, die Stimmung nach dem gepatzten Start aber dennoch gut. Mit noch 40 Minuten zu spielen ist hier in Neuenburg noch alles möglich. Mit dem Willen, das Momentum auf die Seite der Aarauer zu bringen, starten die Adler ins 2. Drittel. In der 26. Spielminute dann der erste Stresstest für das Unterzahlspiel der Aarauer. Nach unkorrektem Abstandhalten bei einem Freistoss in der eigenen Spielhälfte folgt eine Zweiminutenstrafe für Noel Keller. Die Herausforderung scheint sich aber als Nutzen für die Aarauer herauszustellen. Nach überstandener Strafe folgen gleich mehrere Abschlüsse auf das Neuenburger Tor. So kommt auch Florian Brenner zum Abschluss und netzt ein, das Tor zählt aber nicht, weil ein Gegenspieler zuvor aber durch ein Foul sich am Boden befand. Ein aus Aarauer Sicht sehr fragwürdiger Schiedsrichterentscheid. Nichtsdestotrotz versuchen die Aarauer den Schwung mitzunehmen. Dies gelingt aber nur bedingt. In der 37. Spielminute kann M. Benoit vom Gewusel vor dem Aarauer Tor profitieren und einen im Slot nicht geklärten Ball einschieben. Pausenstand: 1:4 aus Aarauer Sicht.

Die Pausenworte von Coach Rafael Geiser: «Wir brauchen nur 4 Rähmen zu schiessen» scheinen der richtige Auslöser für die Leistung im Schlussdrittel zu sein. Die Aarauer starten mit 2 Blöcken und wollen versuchen, gleich von Beginn weg die Neuenburger unter Druck zu setzen. Doch es kommt anders. Ein Pass findet den Weg zum freistehenden Centerspieler M. Benoit, der genug Platz hat, um auf das Aarauer Tor anzulaufen und mit einem platzierten Schuss unter die Latte den Score für die Neuenburger zu erhöhen. Spielstand 1:5. Doch es ist kein Kippen der Moral bei den Aarauern festzustellen. So kommt Tobias Stadtherr in der 44. Spielminute am linken Pfosten des Westschweizer Tors an den Ball und platziert diesen sogleich filigran unter der Latte. Die Aufholjagd ist somit lanciert. Die Intensität der Partie nimmt in dieser Phase der Partie zu. Neben den bereits über das ganze Spiel häufigen Stockschlägen kommen vermehrt Halten oder Stossen dazu. So auch in der 45. Spielminute, als L. Rérat nach einem üblen Stoss gegen Florian Kull die Strafbank wärmen muss. Die darauffolgende Überzahl kann trotz mehreren Chancen nicht genutzt werden. Nur wenige Minuten später ist es Silvan Colombo, welcher nach Zuspiel von Florian Kull einen Querpass verwerten kann. Spielstand 3:5. Das Momentum ist nun unübersehbar auf der Seite der Aarauer. Das findet auch Tomáš Vojtíšek, der aus der Verteidigerposition einen wunderbaren Drehschuss aufzieht und den Neuenburger Torhüter eiskalt erwischt. Spielstand 4:5. Das Spiel befindet sich nun in einer wilden Phase. Chancen und schnelle Konter auf beiden Seiten lassen die Zuschauer mehrmals von ihren «Bänkli» aufhocken. Doch Aarau gelingt der Ausgleichstreffer nicht. Deshalb sieht sich Coach Rafael Geiser in der 59. Spielminute gezwungen, während eines Time-outs Torhüter Yannis Viol durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen, um die Wende doch noch herbeizuführen. Das Spiel mit sechs Feldspielern bringt jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Die Neuenburger können durch A. Suoraniemi und I. Mougin gleich zweimal einen Empty-Net-Treffer erzielen und somit resultiert der Endstand von 4:7 aus Aarauer Sicht.

Die Aufholjagd des Aarauer Fanionteams im ersten Spiel der Saison 2026/27 kommt damit zu spät und wird nicht belohnt. Dennoch lassen sich positive Erkenntnisse aus dem ersten Ernstkampf ziehen. Denn der nächste folgt sogleich im ersten Heimspiel am 20. September gegen Unihockey Limmattal in der heimischen Schachenhalle.

Matchbericht 12.09.2026: Corcelles-Cormondrèche vs. Team Aarau
Noel Keller