Herren 2 | Mühe gegeben, Mühe gehabt

Das Herren II des Team Aarau verliert das erste Meisterschaftsspiel der neuen Saison gegen Unihockey Langenthal Aarwangen mit 1:3. Nach einer eigentlich sehr gelungenen Vorbereitung war die Vorfreude auf den Saisonstart gross. Zwei gewonnene Testspiele, ein intensives und zusammenschweissendes Trainingsweekend – Aarau war bereit, heiss auf den ersten Ernstkampf und entsprechend motiviert. Doch dann kam der Matchtag. Krankheit und Verletzungen sorgten kurzfristig dafür, dass einiges über den Haufen geworfen wurde. Linien und damit auch gewisse taktische Vorgaben mussten angepasst werden – keine optimale Ausgangslage für den Saisonstart.

Erwähnenswert an dieser Stelle sicherlich das Debut in der 3. Liga der beiden hochverdienten ehemaligen Herren-1-Spieler Vasco Lacerda und Noël Neeser.

Und damit rein ins Spiel: Die ersten 10–15 Minuten gehörten klar dem Gegner. ULA kam besser ins Spiel, während die zweite Garde der Aarauer Herren (auch bekannt als Hommes deux, Gentlemen two bzw. Uomini due) Mühe hatte, ihren Rhythmus zu finden. Dies obwohl man durch quasi Neo-Captain Yännu Hochuli bestens auf den Fight eingeschworen wurde. Bereits nach gut zwei Minuten musste der erste Gegentreffer hingenommen werden: Samuel Hänni traf zum 1:0. Auch danach blieb ULA spielbestimmend und erhöhte in der 9. Minute durch Cédric Grütter auf 2:0.

Danach fand Aarau allerdings besser ins Spiel. Die Partie entwickelte sich zunehmend ausgeglichener, auch wenn ULA spielerisch insgesamt die etwas feinere Klinge führte. Die Erfahrung einzelner ULA-Spieler aus höheren Ligen, teilweise auch aus der NLB, war dabei durchaus bemerkbar. Auf Aarauer Seite wurde teilweise etwas gar viel gewurstelt, gleichzeitig stimmte aber der Einsatz. Aarau kämpfte sich ins Spiel und kam zu seinen Möglichkeiten. Auch die Defensive zeigte immer wieder solides Handwerk. Im Verlauf des Spiels gelang es wiederholt, gefährliche Aktionen schon in der Entstehung zunichtezumachen, so etwa durch den allseits bekannten und bei den Gegnern gefürchteten «Thief of Joy», Jule Hofmann.

Kurz nach Beginn des zweiten Drittels gelang dann der wichtige Anschlusstreffer. Noël Neeser verwertete in der 25. Minute im Powerplay einen Pass von Marco «svenksen» Stoltenberg zum 1:2. Plötzlich war die Partie wieder völlig offen. Aarau drückte auf den Ausgleich, musste aber gleichzeitig auf die gefährlichen Gegenstösse der Langenthaler aufpassen. Beide Torhüter zeigten eine sehr solide Leistung und verhinderten mit starken Paraden weitere Treffer. ULA hatte zudem über das gesamte Spiel gleich drei Alutreffer zu beklagen. So entwickelte sich eine Partie, die resultatmässig fast eher an ein Fussballspiel erinnerte.

Aarau rannte über weite Strecken dem Rückstand hinterher. Und je länger das Spiel dauerte, desto hektischer wurde es. Die Emotionen kochten auf beiden Seiten teilweise etwas hoch, und es kam immer wieder zu Aktionen, die nicht ganz dem entsprachen, was man sich auf dem Unihockeyfeld wünscht. Das muss für künftige Partien sicherlich abgestellt werden. Zwar gehört eine gewisse Intensität und Emotion zum Sport – unnötige oder unsaubere Aktionen helfen jedoch niemandem. Am allerwenigstem dem Sport #hoppunihockey!

In der 48. Minute fiel schliesslich die Entscheidung: Laurin Grädel erzielte in Überzahl das 3:1 für ULA. Aarau versuchte nochmals alles, fand aber keinen Weg mehr zurück ins Spiel. Auch eine letzte druckvolle Phase zum Schluss des Spiels war im Endeffekt zu harmlos, die Bemühungen verpufften, ohne dass man nochmals reüssieren konnte. Damit war die Geschichte des ersten Saisonspiels endgültig erzählt.

«War gut» – «Sosolala» – «Eifach öppis». So unterschiedlich fielen die ersten Spielerreaktionen nach der Partie aus. Alles trifft es irgendwie. Aarau zeigte Einsatz und fand nach einem schwierigen Start besser in die Partie, musste sich einem starken ULA aber letztlich mit 1:3 geschlagen geben. Die beiden Debütanten resümierten am Ende wie folgt:
Vasco Lacerda: «Fast wie in der 1. Liga: mangelnde Chancenauswertung = Niederlage…nur nicht so hoch.» Noël Neeser: «Wie habe ich es bloss geschafft, den Goalie von hinten anzuschiessen?!»

Nun gilt es, die Lehren aus dem Saisonauftakt zu ziehen, die angeschlagenen Spieler wieder auf die Beine zu bringen und auch die unnötigen Nebenschauplätze abzustellen. Denn eines hat das erste Spiel gezeigt: Ganz chancenlos war das Team Aarau nicht. Aber wenn man gegen einen spielstarken Gegner Punkte holen will, muss über die vollen 60 Minuten deutlich konsequenter und sauberer gespielt werden.

Team Aarau II – Unihockey Langenthal Aarwangen 1:3 (0:2, 1:0, 0:1)
3-Fachhalle, Oberdorf BL. 34 Zuschauer:innen. SR Spinnler/Lazzarato.
Tore: 2. ULA 0:1. 9. ULA 0:2. 25. N. Neeser (M. Stoltenberg, Ausschluss Hänni) 1:2. 48. ULA (Ausschluss Lacerda) 1:3.
Strafen: 1 x 2 min Team Aarau, 2 x 2 min ULA

Für das Team Aarau im Einsatz: Mäder (G), Balz, Brühlmeier J., Brunschwiler, Clémençon, Graf, Gros, Hertig, Hochuli (C), Hofmann, Lacerda, Neeser, Stoltenberg, Studer N.
Das Team wurde betreut durch: Balz, Clémençon