Damen KF | „Gueti Besserig!“

Die Damen 2 verlieren im Ligacup 1/32.-Final gegen Schatrine Bellach mit 4:12. In der Höhe spiegelt das Resultat das Spielgeschehen nicht ganz wider, denn die 3. Ligistinnen schlugen sich über weite Strecken tapfer und dürfen viel Positives mitnehmen für die bevorstehende Meisterschaft.

Die Kleinfeld-Adlerinnen trafen im diesjährigen Ligacup 1/32.-Final in der heimischen Schachenhalle auf einen alten Bekannten: Schatrine Bellach. Aarau und Bellach standen sich in der Zeit zwischen 2021 und 2025 in der 2. Liga Kleinfeld regelmässig gegenüber – oft mit dem besseren Ausgang für die Adlerinnen, ausser beim letzten Aufeinandertreffen am 22.12.2024, als man in der Kottenmatte in Sursee gleich mit 0:8 unterlegen war.
Die Favoritenrolle war dieses Mal klar verteilt: Denn während sich die Aarauerinnen nach dem Abstieg aus der 2. Liga in der vergangenen Saison eine Liga tiefer konsolidierten, scheiterten die Solothurnerinnen nach einer guten Saison erst in den Aufstiegsspielen in die 1. Liga am UHC Meiersmaad.

Es waren dann auch die Solothurnerinnen, die nach nur 43 Sekunden eine erste Duftmarke setzten und das Skore eröffneten. Wer nun aber dachte, der Favorit würde nach der frühen Führung das Zepter übernehmen und Tor an Tor reihen, wurde eines Besseren belehrt. Viel Ballbesitz, einige Abschlussversuche – Aarau hatte in den ersten Minuten sogar fast etwas mehr vom Spiel. Dennoch schafften es die Solothurnerinnen oft, die Hausherrinnen aus den gefährlichen Räumen aus dem Slot fernzuhalten. Zudem kam auch Bellach zu guten Offensivaktionen: Gespielt waren 9 Minuten, als sich eine Bellacherin hinter dem Aarauer Tor festsetzte – ein taktisches Mittel, dass an diesem Abend noch des Öfteren zu Gefahr sorgen sollte -, vor das Tor zog und mit ihrem etwas zu zentralen Flachschuss an Melanie Schönbächler im Aarauer Tor scheiterte. Keine Zeigerumdrehung später schlug es dennoch ein hinter der Rückkehrerin im Aarauer Tor. Die Tore fielen nun im Minutentakt: Nachdem zuerst ein Aarauer Ballverlust im Aufbau zum 0:3 ausgenutzt werden konnte, trafen die Gäste bei einer angezeigten Strafe auch noch zum 0:4. Würde das Team Aarau jetzt einbrechen? Weit gefehlt. Aarau liess sich davon nicht nervös machen, spielte ruhig weiter und wurde in der 15. Minute durch Lynn Glausers Treffer in Überzahl zum 1:4 für seine Geduld belohnt.

Wie schon im Startdrittel gelang den Gästen auch im Mitteldrittel der bessere Start. Nach etwas mehr als drei Minuten traf Bellach zum 1:5, ehe Romana Nenna Stephanie Lüscher mit einem schönen Pass in Szene setzte und die starke Bellacher Torhüterin ihr ganzes Können zeigen musste. Die gut harmonierende Linie aus Stephanie Lüscher, Romana Nenna und Melanie Moor wurde im Anschluss jäh auseinandergerissen. Grund dafür war die Verletzung von Melanie Moor, die nach einem folgenschweren Fehltritt nicht mehr weiterspielen konnte – von Herzen gute Besserung an dieser Stelle! Die Aarauerinnen liessen sich aber auch von diesem Schock nicht unterkriegen. Anja Bugmann fügte sich gut in die Linie ein, im Abschluss fehlte es aber weiterhin an Präzision, wobei es Bellach den Aarauerinnnen weiterhin schwer machte, in die gefährliche Zone zu spielen. Vermutlich mit ein Grund, weshalb Aarau-Trainerin Florence Frey fortan wiederholt zu dem auf dem Kleinfeld populären Mittel, bei Ballbesitz die Torhüterin durch eine vierte Feldspielerin zu ersetzen, setzte. Mit Erfolg: Diana Kretz traf nach 32 Minuten auf Zuspiel von Stephanie Lüscher zum 2:5. Das Aarauer Aufbäumen wurde jedoch durch einen Bellacher Doppelschlag zum 2:7 gestoppt.

Das Schlussdrittel wurde durch eine sehenswerte Co-Produktion von Anja Bugmann und Romana Nenna lanciert. Bugmann übertölpelte die gesamte Bellacher Abwehr mit ihrem Zuspiel auf die völlig freistehende Nenna – diese liess sich nicht zweimal bitten und netzte eiskalt ein zum 3:7. Danach waren wieder die Gäste an der Reihe, die mit zwei weiteren Toren auf 3:9 davonzogen. Aarau verkürzte im Vier-gegen-Drei durch Bugmann noch einmal zum 4:9, ehe Bellach mit einem satten Schuss unter die Latte zum „Stängeli“ traf. Als Aarau in der Folge erneut die Torhüterin durch eine vierte Feldspielerin ersetzten, war der Weg frei für das 4:11 ins leere Tor, gefolgt von einem weiteren Treffer bei 3-gegen-3 – was zum Schlussresultat von 4:12 führte.

Bellach war das effizientere Team und hat sich den Sieg verdient, auch wenn das Resultat – wie eingangs erwähnt – wohl etwas zu hoch ausgefallen ist. Aus Aarauer Sicht besonders hervorzuheben: Man trug während der ganzen Spieldauer viel Sorge zum Ball und hatte dadurch automatisch auch viel vom Spiel. Auch im 4-gegen-3 liess man den Ball gut laufen, doch die Abschlüsse waren – wie auch im 3-gegen-3 – noch zu wenig gefährlich und zu wenig präzise. Man darf aber durchaus zufrieden auf das Spiel zurückblicken und viel mitnehmen für die bevorstehende 3. Liga-Saison. Daumen drücken, dass bis dann auch Meli wieder dabei sein kann!

Team Aarau II – Schatrine Bellach 4:12 (1:4, 1:3, 2:5)
Schachenhalle, Aarau. SR Sydler

Tore: 1. C. Studer 0:1. 9. T. Stampfli 0:2, 11. L. Weber (C. Studer) 0:3. 12. T. Stampfli 0:4. 15. L. Glauser (F. Bissig) 1:4. 24. A. Probst (N. Probst) 1:5. 33. D. Kretz (S. Lüscher) 2:5. 39. C. Studer (S. Neuenschwander) 2:6. 40. T. Stampli (S. Gähler) 2:7. 48. R. Nenna (A. Bugmann) 3:7. 50. C. Studer 3:8. 55. A. Steiner (N. Probst) 3:9. 57. A. Bugmann (R. Nenna) 4:9. 59. T. Stampfli 4:10. 60. S. Neuenschwander 4:11. 60. T. Stampfli 4:12.

Strafen 1mal 2 Minuten gegen Team Aarau II. 1 mal 2 Minuten gegen Schatrine Bellach.