Das Team Aarau bestritt seine erste Auswärtspartie in der 1. Liga gegen das ambitionierte UHT Eggiwil, das auf eine NLB-Vergangenheit zurückblickt und in der letzten Saison die 1. Liga-Westgruppe in der Qualifikation deutlich dominierte. Die Berner zeigten denn dem Aufsteiger aus dem Kanton Aargau auch seine Grenzen auf. Mit schnellem Umschaltspiel, deutlichen Vorteilen im Zweikampfverhalten und gepflegtem Kombinationsspiel ging Eggiwil als verdienter Sieger vom Platz.

Das Team Aarau versuchte dem Favoriten aus Eggiwil möglichst lange zu trotzen und selber das Glück in der Offensive zu suchen. Weil man in der Defensive mit den schnellen Kontern der Berner aber Mühe bekundete und seine eigenen Chancen zu wenig ausnutzte, lag man nach dem Startdrittel mit 1:3 in Rückstand. Nach der ersten Pause drückten die Eggiwiler zusehends auf das Tempo und schalteten einen Gang höher. Aarau versuchte dranzubleiben. Vojtisek konnte das 4. Tor der Berner beantworten und Waser nach zwei weiteren Gegentoren auf 3:6 verkürzen. Kurz vor Ablauf des 2. Drittels kam es zu einer Schlüsselszene. Der Eggiwiler Hofer musste für 2 Minuten auf die Strafbank; aber wie schon in den letzten beiden Partien kombinierte die Überzahlformation zwar ansehnlich und wurde durchaus gefährlich, zeigte aber im Umschaltspiel nach Ballbesitz des Gegners Schwächen. Fankhauser profitierte davon und schoss seine Farben vorentscheidend mit 7:3 in Front. Die Adler nahmen sich für das letzte Drittel nochmals viel vor. Der starke Tscheche Vojtisek reüssierte tatsächlich in der 46. mit seinem dritten von vier Treffern an diesem Abend. Danach hatte Eggiwil genug, schaltete einen Gang höher und zeigte der Defensive der Aargauer konsequent und gnadenlos die Lücken auf. Innert weniger Minuten entschieden die Berner die Partie und zogen auf 12:4 davon. Vojtisek, Byland und Studer betrieben in den Schlussminuten immerhin noch Resultatkosmetik, zu einem Zeitpunkt, als sich Eggiwil längst über einen letztlich deutlichen Sieg zu freuen begonnen hatte.

Das Team Aarau schlug sich gegen das erfolgshungrige und bestens organisierte Eggiwil lange Zeit beachtlich. Letztlich waren die Berner aber das klar stärkere und in der Breite besser aufgestellte Team. In einigen Schlüsselmomenten des Spiels zeigte das UHT Eggiwil seine Erfahrung und seine Stärke besonders. Aarau leistete sich im Schlussdrittel über nahezu 10 Minuten eine Phase, in der Zuordnung, Organisation und Konsequenz im Defensivverhalten brachlagen. Gewiss hat man nicht mit einem Punktezuwachs im Emmental gerechnet, aber letztlich war man zu recht enttäuscht über die grosse Anzahl Gegentore. Bereits am nächsten Wochenende geht es in der Meisterschaft weiter. In einer Doppelrunde stehen mit Fricktal (Heimspiel in der Schachenhalle am Samstag um 20.00 Uhr) und de TSV Deitingen (auswärts) zwei harte Brocken auf dem Programm, gegen welche man die Defensive schleunigst stabilisieren muss, will man den Hauch einer Chance auf Punkte haben. Insbesondere der TSV Deitingen, der in der 2. Runde das hoch gehandelte Luzern zu Hause mit 10:5 bezwingen konnte, hat seine Ambitionen auf eine Toprangierung eindrücklich angemeldet.

UHT Eggiwil – Team Aarau 12:7 (3:1 4:2 5:4); Ballsporthalle Oberemmental Zollbrück; 115 Zuschauer; SR Ziörjen/Herzog. Tore: 4. Schlüchter (Lanz) 1:0; 10. Vojtisek (Stoltenberg) 1:1; 14. Schlüchter (Walther) 2:1; 19. Schär (Läntinen) 3:1; 22. Schär (Hofer) 4:1; 26. Vojtisek (Studer, Ausschluss Braun) 4:2; 29. Hofer (Läntinen) 5:2; 31. Schlüchter (Walther) 6:2; 35. Waser (Byland) 6:3; 38. Fankhauser (Zysset, Ausschluss Hofer!) 7:3; 46. Vojtisek (Colombo) 7:4; 46. Schär (Hofer) 8:4; 50. Fankhauser (Bigler) 9:4; 51. Kirchhofer 10:4; 52. Schär (Hofer) 11:4; 56. Poschung (Läntinen) 12:4; 57. Vojtisek 12:5; 58. Byland (Stark) 12:6; 60. Studer (Stark) 12:7.

Strafen: 3 Mal 2 Minuten gegen UHT Eggiwil, 1 Mal 2 Minuten gegen Team Aarau.

UHT Eggiwil: Jaun; Mosimann; Schlüchter; Schär; Hofer; Walther; Pauli; Schöni; Zysset; Christ; Braun; Läntinen; Poschung; Fankhauser; Kirchhofer; Bigler; Lanz; Schär; Gerber; Röthlisberger;

Team Aarau: Mäder; Hofmann, Stark; Münst, Lacerda; Wassmer, Basler; Studer, Byland, Merki; Colombo, Vojtisek, Stoltenberg; Maurer Andres, Waser, Romer Lukas; Kohler, Romer Mathias; Hertig; Keller Chai; Liechti.