Kurz nach 22.00 Uhr am vergangenen Samstag war die grosse Überraschung perfekt. Lukas Romer, der unermüdliche, wieselflinke Stürmer schoss das Team Aarau in der Verlängerung in die 1. Liga. Zuvor hatte Dübendorf nochmals alle Kräfte mobilisiert und einen 1:3 Rückstand aufgeholt. Über 100 lautstarke Aarau-Fans feierten ihre Schützlinge, die damit den 2. Aufstieg in Serie hinlegten.

Die Geschichte des ersten Drittels ist schnell erzählt. Der Favorit aus Dübendorf überliess Aarau das Spieldiktat, womit sich die Adler einmal mehr schwer taten und nur selten zu gefährlichen Abschlüssen kamen. Ganz anders die Zürcher; ihre Konter und schnell vorgetragenen Angriffe stellten die Abwehr der Aarauer immer wieder vor Probleme. Kurz vor der Pause ging Dübendorf verdient in Führung. Im Mitteldrittel gelang es Aarau, deutlich mehr Chancen zu kreieren. Mit einem Doppelschlag kehrte der unwiderstehliche Tomas Vojtisek den Rückstand in einen knappen Vorsprung, ehe Markus Geissler den einschussbereiten Simon Kohler am weiten Pfosten mit einem scharfen Pass bedienen wollte. Unglücklich lenkte ein Zürcher den Ball ins eigene Tor, Aarau führte damit 3:1, verpasste es aber, vor der Pause den Vorsprung auszubauen. Dübendorf versuchte im Schlussdrittel wieder vermehrt zum Abschluss zu kommen, was ihnen gelang. Sie rissen das Spielgeschehen an sich und waren nach einer sehenswerten Einzelleistung durch Gabriel Michel wieder im Spiel. Die Adler mussten gar den Ausgleich und in der Schlussphase eine Unterzahlsituation hinnehmen. Einmal mehr verteidigten sie aber geschickt und mit viel Engagement. Mit etwas Glück und einem prächtig aufgelegten Luz Mäder im Kasten überstanden die Aargauer diese brenzlige Situation. Dann musste auch ein Zürcher auf die Strafbank, Aarau konnte die Schlussminuten in Überzahl agieren. Dieses Mal zeigte der Dübendorfer Keeper Ueli Meier sein Können und parierte sämtliche Schüsse der Gäste, so sie denn auf das Tor kamen. Eine Verlängerung musste her. Und in eben dieser Verlängerung war es Lukas Romer, der das Team Aarau in die 1. Liga schoss. Alle Dämme brachen, Aarau – mit dem klaren Ziel des Ligaerhalts in die Saison gestartet – feierte den überraschenden Aufstieg nach einer packenden und ausgeglichenen Serie gegen den Traditionsverein Jump Dübendorf.

Die Gastgeber hatten sich insbesondere im Schlussdrittel nochmals vehement gegen den Abstieg gesträubt und grossmehrheitlich fair und engagiert gekämpft und dabei ihre Klasse immer wieder durchblitzen lassen. Ihre gefährlichen Distanzschüsse stellten Aarau vor Problemen, das konsequente, regelkonforme Körperspiel, wie es beispielsweise Dübi-Captain Marc Huber beherrscht, aber auch die schnellen Michel Gabriel und Cédric Zeier, der abgeklärte Denker Rob Labruyère mit internationaler Vergangenheit und der leidenschaftliche Goalie Ueli Meier zeigten, wie viel Klasse in diesem Team steckt. Offenbar sucht der Traditionsverein dringend Funktionäre und Freiwillige – es ist Jump zu wünschen, dass auch in der nächsten Saison Junioren und ein ambitioniertes Fanionteam den Meisterschaftsbetrieb aufnehmen werden.

Das Team Aarau hat mit diesem dritten Sieg die enge Serie überraschend zu seinen Gunsten entscheiden können. Unwiderstehlicher Kampfgeist, die nötige Geduld, Entschlossenheit und der stete Glaube an eigene Qualitäten und letztlich auch Glück in wichtigen Situationen sowie der stete gesunde Respekt vor dem Gegner haben diesen Erfolg letztlich ermöglicht. Einzelne Spieler sind immer wieder über sich hinausgewachsen und haben Spiele entschieden. Seit der 7. Qualifikationsrunde führte Aarau die Tabelle in Gruppe 2 an und ging nach der Niederlage in Biel in Runde 3 in 21 Ernstkämpfen nur noch zwei Mal als Verlierer vom Feld. Playoff- und Aufstiegsspiele vor einer grossartigen Kulisse und lautstarken Fans in der Schachenhalle (zweimal über 500 Fans gegen Dübendorf) – aber auch im fernen Yverdon und in Dübendorf – motivierten die Adler schliesslich im Saisonzusatz nochmals zu kämpferischen Topleistungen. Der Coup ist geglückt. Nach Baden steigt auch Aarau in die 1. Liga auf, womit das Aargauer Unihockey nächste Saison mit vier Mannschaften in dieser Stufe vertreten sein wird. Unihockey Fricktal und Traditionsverein Lok Reinach mit Trainer Magnus Hedlund vertraten den Aargau bereits diese Saison in der 1. Liga.

UHC Jump Dübendorf – Team Aarau 3:4 n. V. (1:0, 0:3, 2:0); MZH Dürrbach, Wangen bei Dübendorf; 205 Zuschauer; SR Bischof/Kink. Tore: 19. Zeier (Fetz) 1:0, 28. Vojtisek 1:1, 33. Vojtisek (Stoltenberg, Ausschluss Zeier) 1:2, 36. Geissler 1:3, 44. Michel Gabriel 2:3, 50. Fetz (Zeier) 3:3, 62. Romer 3:4.

Strafen: 2 Mal 2 Minuten gegen UHC Jump Dübendorf, 3 Mal 2 Minuten gegen Team Aarau.

UHC Jump Dübendorf: Meier; Gabriel Simon; Imper Simon; Imper Severin; Huber; De Ruiter, Wüst; Lombris; Alvarez Gomez; Inhelder; Grin; Zeier; Gabriel Michel; Jezler; Waldvogel; Fetz; Labruyère; Peduzzi; Steinmetz.

Team Aarau: Mäder; Lacerda, Hofmann; Glettig, Basler; Wassmer, Münst; Studer, Romer Lukas, Stoltenberg; Maurer Marc, Vojtisek, Waser; Colombo, Geissler, Kohler; Berner; Romer Mathias; Keller Cirill; Liechti.