Nach zwölf Siegen in Serie unterliegt Aufsteiger Team Aarau gegen Schwarzenbach am Sonntagabend in einer spannenden Partie knapp mit 5:6. Nachdem Baden und Brugg ihre Partien souverän gewinnen konnten, ist nach wie vor offen, ob die Adler den Coup schaffen und in die Playoffs einziehen.

Das Team Aarau erwartete siegeshungrige Gäste aus Schwarzenbach, die in der Rückrunde sämtliche Partien gewannen und daher unbedingt noch die Playoff-Qualifikation erreichen wollen. Entsprechend nahm man sich vor, von Beginn an gegen das körperbetonte Spiel der Berner gewappnet zu sein. Dies gelang in den ersten Minuten erstaunlich gut, die Adler erarbeiteten sich mehrere Grosschancen, sündigten aber im Abschluss kläglich. Nach einem Lattenschuss von Captain Studer netzte Vojtisek schliesslich in der 8. Minute zur Führung für das Heimteam ein, ehe Schwarzenbach kurz vor der Pause ausgleichen konnte. Im Mittelabschnitt gewannen die Emmentaler zusehends die Oberhand und konnten das Spielgeschehen in diejenigen Bereiche verlagern, in denen ihre Stärken liegen. Im körperbetonten Zweikampfspiel zog der Aufsteiger einmal mehr deutlich den Kürzeren. Und vor allem zeigte sich Schwarzenbach vor dem Tor effizienter und entschlossener. So stand es plötzlich 1:3 aus Sicht des Heimteams. Waser und Stoltenberg konnten das Resultat vor der zweiten Pause zwar noch ausgleichen, aber die Unterlegenheit im Zweikampfverhalten hielt an – auch im Schlussdrittel. Gleich nach der Pause gingen die Gäste wieder in Führung. Aarau gelang nicht mehr viel, jeglicher Spielfluss war weg, der Ball lief schlecht, selten gab es sehenswerte Kombinationen. Selbst eine fünfminütige Überzahlgelegenheit liess der Aufsteiger harmlos und ungenutzt verstreichen. Minutenlang bemühte man sich um den Ausgleich, die gefährlicheren Chancen hatten aber die Berner mit resolut und schnell vorgetragenen Konterangriffen. Mit einem Doppelschlag vier Minuten vor Schluss entschieden sie schliesslich diesen Spitzenkampf, der zu keinem Zeitpunkt Spitzenunihockey zu bieten vermochte und über 60 Minuten hinweg zerfahren daherkam. Immerhin zeigten die Adler Moral; Waser tankte sich durch und verkürzte zuerst auf 4:6 und kurz vor Schluss gar noch auf 5:6. So kamen die Zuschauer immerhin in den Genuss spannender letzter Sekunden, in denen das Glück den Aarauern fehlte. Stoltenberg traf noch die Latte, mehr nicht. Schwarzenbach jubelte am Schluss verdient; die Gäste hatten es geschafft, das Spiel über weite Strecken in die von ihnen gewünschten Bahnen zu lenken. Aarau fehlte letztlich auch das Glück, das in einigen Spielen zuvor noch auf der eigenen Seite lag.

Das junge Team Aarau bezahlte Lehrgeld und muss einsehen, dass man im Zweikampfverhalten noch deutlich zulegen muss, will man längerfristig in der 2. Liga bestehen können. Zudem gelang es nicht, den Ball schnell und präzise laufen zu lassen, weil der Gegner rasch störte und die Aarauer Offensivkräfte immer wieder in Zweikämpfe an der Bande verwickeln konnte, die meist den bessern Ausgang für Schwarzenbach hatten. Letztlich muss man sich an der eigenen Nase nehmen, hat man doch die zahlreichen Powerplay-Situationen viel zu wenig ausnützen können und im Abschlussverhalten jegliche Effizienz vermissen lassen. Die Entschlossenheit und Schnörkellosigkeit der Berner hat Aarau in diesem Punkt gefehlt. Die Adler bewiesen aber Moral, nahmen den Kampf jederzeit so gut es ging an und zeigten ein beachtliches Aufbäumen in der Schlussphase. Fehlender Wille, Einsatz und Bestreben konnte man dem Aufsteiger nie nachsagen; Effizienz, Routine und die nötige Cleverness aber schon.

Am nächsten Wochenende steht das Spiel gegen Langenthal an, das zuletzt zu einigen Überraschungserfolgen kam. Man darf gespannt sein, ob Aarau wieder etwas zulegen und nochmals Kräfte freimachen kann.

(Bericht Michael Hafner)

Team Aarau – Black Creek Schwarzenbach 5:6 (1:1 2:2 2:3); Berufsschule Telli Aarau; 105 Zuschauer; SR Bützer/Bützer. Tore: 8. Vojtisek (Studer) 1:0; 19. Zaugg (Matyhs) 1:1; 26. Flückiger Simon (Lehmann Raphael) 1:2; 32. Zaugg (Flückiger Michael) 1:3; 36. Waser (Colombo) 2:3; 38. Stoltenberg (Vojtisek, Ausschluss Thomi) 3:3; 42. Flückiger Simon (Schneider) 3:4; 57. (56:10) Zaugg (Mathys) 3:5; 57. 56:14 Schneider (Meier) 3:6; 57. (56:24) Waser 4:6; 60. Waser (Stoltenberg, Ausschluss Zaugg) 5:6.

Strafen: 3 Mal 2 Minuten gegen Team Aarau, 5 Mal 2 Minuten plus 1 Mal 5 Minuten gegen Black Creek Schwarzenbach.

Team Aarau: Mäder; Lacerda, Hofmann; Gaberthuel, Basler; Stark, Wassmer; Studer, Romer, Vojtisek; Waser, Stoltenberg, Colombo; Geissler, Maurer Andres, Fäs; Kohler; Hux; Berner; Müller; Keller Chai.

Black Creek Schwarzenbach: Rufener; Meier; Burkhalter; Mathys; Christen; Steffen; Lehmann Dominik; Lehmann Raphael; Greub; Burkhard; Eiholzer; Schneider; Flückiger Michael; Flückiger Simon; Thomi; Hiltbrunner; Zaugg; Lanz; Aeschimann; Neuenschwander.