Nach zuletzt 4 Spielen gegen Mannschaften aus der hinteren Tabellenregion standen anlässlich der 7. Meisterschaftsrunde in Cham für das Team Aarau die wegweisenden Spitzenkämpfe gegen den Tabellendritten Buccaneers Sellenbüren und
den direkten Verfolger White Indians Inwil-Baar auf dem Programm.

 


Mit reduziertem Kader reisten die Aarauer in die Innerschweiz. Und schon vor dem Anpfiff zum ersten Spiel musste auch der flinke Flügelstürmer Matthias Romer seine Segel streichen. Eine Fussverletzung, die er sich im Abschlusstraining vom Freitag geholt hatte – Zeichen dafür, dass die Adler in den intensiven Übungslektionen Vollgas gaben – liess einen Einsatz nicht zu. Colombo, der excellente Techniker aus der U-21 rückte in die zweite Sturmformation nach. Dieser zweite Block wurde gegen Sellenbüren gegen deren erste Linie und deren spielstarken Steuermann aufgestellt. Und so war es Colombo, der sich nach einigen Spielsekunden durchtankte und vor dem Tor nur regelwidrig gestoppt werden konnte. Penalty und 2-Minutenstrafe gegen die Buccs lautete das klare Verdikte der beiden hellwachen Schiedsrichter. Stoltenberg scheiterte aber und die Wetterlage verdüsterte sich, weil das Aarauer Überzahlspiel einmal mehr zu wenig druckvoll war. Schliesslich entwischte sogar einer der Piraten, zog alleine auf Chai Keller zu, nutzte die freie See bzw. den sich bietenden Platz und reüssierte mit einem perfiden, halbhohen Schuss in die nahe Ecke. Die Aarauer fingen sich glücklicherweise rasch und fanden unter der Ägide von Leitadler Studer ins Spiel zurück. Nach 16 Minuten und drei (!!!) Freistosstoren führten die Nordschweizer verdient mit 3:1. Nun liessen aber die Piraten vermehrt ihre Kanonen sprechen und feuerten aus allen Lagen. Die grossgewachsenen und schussstarken Sellenbürer fanden ins Spiel zurück und konnten schliesslich nicht unverdient ausgleichen. Aarau gelang es nicht mehr, dem Spiel den Stempel aufzudrücken, die Buccs blieben ebenbürtig und hatten in Halbzeit zwei sogar eher mehr Spielanteile. Nur selten, wie beim Sonntagsschuss von Marc Mauerer ans (leider nicht ins) Lattenkreuz, kam Aarau noch gefährlich in die Offensive. Goalie Chai Keller hielt seine Farben aber mit einigen Paraden im Spiel. Schlussendlich kam es zur gerechten Punkteteilung.

Die Trainercrew forderte für das zweite Spiel konsequenteren Einsatz und vor allem mehr Ballbesitz. Und die jungen Aarauer nahmen den Spitzenkampf an. Sämtliche Spieler, angeführt von einem bestechend sicheren und souveränen Goalie Mäder, zeigten eine abgeklärte und erfrischende Leistung. Alle 6 Minuten setzten sie den Innerschweizer Indianern einen Ball in die Maschen und sorgten so für eine beruhigende 3:0-Führung in die Pause. Dabei waren die Tore sehenswert, besonders der Hocheckschuss von Ballkünstler Stoltenberg. Und Luki Romer sorgte mit seiner Geschwindigkeit und einzigartigen Wendigkeit ein ums andere Mal für Verwirrung im Lager der Innerschweizer. Denen gelang zwar nach der Pause sofort das 3:1. Die Aarauer wurden darob erfreulicherweise aber nicht hektisch; Hofmann, Gaberthuel, Wassmer, Lacerda und der eingewechselte Basler liessen sich in der eigenen Zone kaum auf unnötige Zweikämpfe ein und spielten die Bälle konsequent und oft mit viel Übersicht und der nötigen Schärfe aus der eigenen Zone. Die beiden Center Studer und Marc Mauer hielten ihre Gegenspieler sauber und resolut an der Bande, und die Flügel störten die Angriffsbemühungen der Inwiler früh und auf geschickte, intelligente Art und Weise. Schliesslich erstickte Colombo mit einem sehenswerten Rückhandtor die Hoffnungen des Tabellenzweiten. Auf das 4:1 hatten die Zuger keine taktischen Antworten mehr bereit. Aarau liess nichts mehr anbrennen – sämtliche Akteure verdienten sich in einer geschlossenen, eindrucksvoll konsequenten Mannschaftsleistung Bestnoten. Und: Hatte man ein Auswärtsspiel in der Höhle des Löwen befürchtet, wurde man eines besseren belehrt. Der Verein hatte es geschafft, einige Aargauer Fans zu mobilisieren, sodass das Team Aarau in Cham letztlich fast vor einer Heimkulisse antreten konnte.

Es war eine Runde, in welcher die vorderen Teams einige Direktbegegnungen zu verzeichnen hatten. Dass Aarau gleich 3 Punkte mit nach Hause nehmen durfte, ist besonders erfreulich. 4 Partien vor Schluss liegen die Adler nun mit 2 Punkten Vorsprung auf Inwil auf Rang 1. Die junge Mannschaft hat es nun selber in der Hand, diesen Platz zu halten. Dafür braucht es weitere Topleistungen gegen die unbequemen Reinacher, die technisch versierten Lenzburger, die taktisch gut eingestellten Mutscheller und das sehr unbequem zu spielende Virtus Wohlen.

Für das Team Aarau spielten:

Mäder; Keller Chai; Hofmann, Gaberthuel; Wassmer (0/1), Lacerda (0/0); Basler; Studer (1/2), Stoltenberg (3/1), Romer Lukas (1/1); Maurer Marc (1/1), Maurer Andres, Colombo (1/0); Keller Cirill.