Kürzlich durften wir uns über den ersten Doppelsieg des "Drü" seit über einem Jahr freuen. Nach einer vierwöchigen Pause schlossen wir das Meisterschaftsjahr 2017 am 17.12.2017 ab. Konnte unsere 3. Mannschaft den Schwung aus der endenden Hinrunde mitnehmen?

 

Unser Trainer wurde bereits bei der Besammlung vor eine regelrechte Knacknuss gestellt. Mit ganzen elf Unihockeystockvirtuosen (Nr. 12 war für den zweiten Match angekündigt) spielte unser Team kräftig mit den personellen Muskeln. Da wir diese Saison im Drei-Blöcke-Turnus wechseln, war die faire Spielzeitaufteilung eine regelrechte Denksportaufgabe, zumal alle Anwesenden mit guter Trainingspräsenz und Einsatzbereitschaft glänzten.
Dieses solide Fundament war auch im ersten Match gegen Bubendorf deutlich zu erkennen. Dem Tabellenzweiten gehörte zwar mit einem Pfostenschuss das erste Highlight, wenig später eröffneten allerdings wir das Score. Das "Drü" machte eine sehr überzeugende Falle. Trotzdem konnte ein Bubendorfer plötzlich über links ausbrechen und mit einem Lobball über unseren anrutschenden Goalie ausgleichen.
Lange währte der Gleichstand aber nicht. Spielerisch clever rissen wir die Führung wieder an uns. Auch unsere Verteidigungsarbeit war nicht von schlechten Eltern. Mit viel Biss wurden zahlreiche Schüsse geblockt. Die Lokalmatadoren mussten Fortuna zu Hilfe holen, die auch gütig einsprang: Ein missglückter Abschluss avancierte zum tückischen Holperball, der unseren Goalie auf dem falschen Fuss erwischte. Hoppelnd wie der Osterhase fand der Ball seinen Weg durch den Slot an Freund und Gegner vorbei ins Netz - und das vor Weihnachten. Vor der Pause reüssierte ein weiterer Baselbieter, diesmal aber auf herkömmlicherer Art und Weise. So wechselten wir mit einer 4:3-Führung die Seiten.

Die Dynamik im Spiel passte zur gesamten Saison. Sehr kampfbetont gönnten sich beide Mannschaften keinen Zentimenter. Die endlich einmal reichlich vorhandenen Sturzräume hinter den Banden wurden ausgiebig beansprucht. Alle Kleinfeldadler zeigten eine starke Partie. Resultatmässig konnten wir leider nicht an die Starthälfte anknüpfen. Zwar gelang uns noch ein weiteres Tor, die Heimmannschaft holte nun aber auf und erzwang zum ersten Mal im Spiel die Führung. Nachträglich in der Garderobe war unser Team ziemlich ratlos, warum wir am Ende eine Niederlage einstecken mussten. Über die meisten Phasen des Spiels konnten wir der Partie unseren Stempel aufdrücken. "Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass wir das noch holen.", war eine Aussage, die mehrere Spieler zu Protokoll gaben. Vermutlich entschied sich der Match zwischen der 25. und 35. Minute, als Bubendorf ins Spiel fand, Druck aufbaute und Chancen verwertete. In dieser Phase schafften wir es nicht, unseren Aufbau sauber einzufädeln. Mit vielen Fehlpässen schickten wir unsere schnellen Leute ins Niemandsland. Kämpferisch bärenstark trotzen besonders Baiocco, Petersen und Brack dem Gegner verlorene Bälle ab. Deshalb war optisch kaum ein Leistungsabfall ersichtlich. Leider ist es aber ungleich schwerer, aus reagierenden Ansätzen heraus Offensivdruck zu erzeugen. In den letzten Spielsekunden versuchten wir mit der Goalieauswechslung trotzdem noch eine Feldüberlegenheit zu erzwingen, mussten aber diesmal ein Tor hinnehmen. Enttäuscht verliessen wir den Platz mit einer Niederlange im letzten Spiel der Hinrunde.

Am späteren Nachmittag starteten wir die Rückrunde mit dem Spiel gegen Riehen. Mit den Baselbietern hatten wir noch eine Rechnung offen, da wir ihnen in der Vorrunde zwei Punkte abgeben mussten. Schnell war klar, dass sich unsere Mannschaften auch in dieser Affiche spielerisch und kämpferisch auf Augenhöhe begegnen würden. Mit je einem Tor wurden offensiv die ersten Duftnoten gesetzt. Anschliessend gelang es uns sogar, uns mit zwei Toren Vorsprung abzusetzen. Wie im letzten Spiel agierten die Riehener mit aggressivem Forechecking und variantenreicher Offensive. Lange behielten wir den Gegner aber recht solide im Griff. Knapp vor der Pausensirene knöpfte ein Baselbieter jedoch unserem Captain Hänni in unserer linken Ecke den Ball ab und verkürzte in der Folge zum 3:2 Pausenstand.

Kurz nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs glichen die Riehener aus. Verbissen kämpften wir weiter und erarbeiteten uns verschiedene Torchancen, insgesamt war die Zahl unserer Offensivaktionen aber leicht rückläufig. Unsere Schüsse verfehlten mal mehr, mal weniger knapp, trafen lediglich die Torumrandung oder wurden von einem Gegner gestoppt. Abschlussglück hatten wir aber keines. Die Riehener hingegen erzielten den 4:3-Führungstreffer. Noch waren allerdings ganze 10 Minuten zu spielen, also arbeiteten wir beherzt weiter. Plötzlich gelang es einem Riehener, auf unserer linken Flanke durchzubrechen. Glanzmann nahm die Verfolgung auf und setzte zum Laufduell mit dem Baselbieter an. Obwohl er nicht der geborene Sprinter ist, schloss der Aarauer tatsächlich auf. Trifft ein Spieler im Zweikampf auf einen Gegner mit glanzmann'schem Format, befindet er sich meistens in benachteiligter Position. Auch der Ausgang des beschriebenen Duells war vorprogrammiert: Der Baselbieter verlor beim ersten Körperkontakt das Gleichgewicht und landete unsanft auf dem Bauch. Unser Stürmer scheint diese Saison wenig Glück mit den Schiedsrichtern zu haben. Ohne zu zögern sprach der Unparteiische eine Zweiminutenstrafe aus. Subjektiv betrachtet war es ein harter Entscheid, der stämmige Spieler hatte in der Szene wohl auch einen optischen Nachteil. Es liesse sich spekulieren, ob ein filigranerer Akteur mit einem Freistoss davongekommen wäre. Lange durfte sich der Aarauer sowieso nicht auf der Strafbank von seinem Sprint erholen, denn die Riehener nützen das Powerplay effizient und eiskalt aus. Mit langsam bröckelnder Moral und schwindenden Kräften rannten wir einem unbequemen Rückstand hinterher. Während wir uns mässig erfolgreich im Pressing versuchten, spielte unser Gegner meistens abgebrüht und kontrolliert. Zum Handeln gezwungen mussten wir Räume öffnen. Im Verlaufe der ganzen zweiten Spielhälfte gab es viel Goaliearbeit und besonders in der frühen Schlussphase mussten vereinzelte Bälle in extremis pariert werden. Die effektive Spielzeit war angebrochen, als wir zur Schlussoffensive ansetzten. Ein Freistoss aus vielversprechender Position weckte letzte Hoffnungen, als ein Riehener unmittelbar nach Freistossausführung unsere Aktionen unterband und den Konter lancierte. Auch ein neutraler Beobachter dürfte uns zustimmen, dass das anschliessend gefallene Kontertor nicht hätte zählen dürfen. Der intervenierende Gegenspieler unterschritt den Mindestabstand von zwei Metern bei unserer Freistossausführung deutlich und hätte dafür eigentlich eine Zweiminutenstrafe kassieren müssen. Am Torentscheid konnte leider auch der vehemente Protest unseres Captains nichts mehr ändern. Unser Team hatte 80 Minuten hart gekämpft und zwei undankbare Niederlagen einstecken müssen. Nun, da ein aus einem Fehlentscheid entstandenes Tor die zweite Partie besiegelte, fühlten wir uns gleich doppelt um Punkte und Erfolg betrogen. Können wir aber Dynamik, Einsatzwillen und Spielqualität konservieren und weiter stetig steigern, wird es so schnell keine Null-Punkte-Runde mehr geben. Dies war in der laufenden Saison eine Premiere und es dauerte immerhin ganze fünf Runden, bis uns zwei Mannschaften an einem Spieltag in die Knie zwingen konnten. Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung kommt bald...

 

Kurzzusammenfassung:
Resultat Match 1 vs. Bubedorf: 5:7 (4:3) (N)
Resultat Match 2 vs. Riehen III: 3:6 (3:2) (N)

Für das H3 spielten:

Hänni (C), Stauffenegger (Tr), Tschopp (G), Baiocco, Brack, Glanzmann, Gysel, Hofmann, Käser, Peterson, Peier, Zimmermann, Lienhard (Tr, während 1. Spiel abwesend)

Bericht: S. Tschopp (Bericht erfolgte aus dem Gedächtnis, Erinnerungsfehler vorbehalten. ;-) )